Ein Beispiel aus dem Kinderhaus

Jedes Kind im Kinderhaus bringt eine individuelle Ausgangslage mit sich. Das Zentrum Inselhof passt seine Massnahmen dieser Ausgangslage an und begleitet die Entwicklung der Kinder und ihres Umfeldes sehr eng.

Daniel, 21⁄2-jährig, kam als 7-monatiger Säugling ins Kinderhaus. Seine Mutter, Frau R., eine Schweizerin mit schweren psychischen Auffälligkeiten, hatte ihr Kind vorerst versteckt gehalten, weil sie wusste, dass es ihrer Obhut entzogen werden sollte. Den Vater, einen Marokkaner, lernte das Team des Kinderhauses erst später kennen. Das Kinderhaus vereinbarte mit der Mutter tägliche Besuchszeiten, damit sich trotz der schwierigen Umstände eine gute Beziehung zwischen ihr und dem Knaben entwickeln konnte.

Die Schwierigkeit von Frau R., sich an die Besuchszeiten und andere Abmachungen zu halten, forderte das Team stark heraus. Der Vater besuchte seinen Sohn ca. einmal in der Woche. Da Frau R. sichtlich Mühe hatte, in einen angemessenen Kontakt mit ihrem Sohn zu treten, wurde eine Eltern&Kind-Begleitung eingesetzt. Nach ca.18 Monaten entwickelte sich trotz der anfänglichen Widerstände der Mutter eine gute Zusammenarbeit. Der Kontakt zum Vater musste vor kurzem wegen Konflikten mit Gewaltanwendung in der Paarbeziehung abgebrochen werden.

Aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen mit der Mutter geht das Team des Kinderhauses davon aus, dass eine Rückplatzierung des Kindes mit einer gleichzeitigen Intensivierung der Begleitung in nächster Zeit möglich sein wird.